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Hirnleistungsfähigkeit nach Protonentherapie bei Kindern und Jugendlichen

Im Rahmen eines interdisziplinären Projekts, in dem die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie, die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und die Abteilung Neuropädiatrie, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin zusammenarbeiten, werden die kurz- und mittelfristigen Folgen einer Protonentherapie auf kognitive Prozesse bei Kindern und Jugendlichen mit Hirntumoren erforscht. Die Gert und Susanna Mayer Stiftung fördert das Vorhaben von 2019 bis 2022 mit rund 312.000 EUR.

 

Hirntumore stellen die zweitgrößte Gruppe bösartiger Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter dar. In der Vergangenheit wurde durch die stetige Verbesserung der Untersuchung und Behandlung eine deutliche Erhöhung der Überlebenschancen dieser Patienten erreicht. Daher gewinnt die Frage der Auswirkungen einer Tumorbehandlung auf die geistige Entwicklung und die Lebensqualität der Langzeit-Überlebenden eine immer größere Bedeutung. Die geistige Entwicklung ist insbesondere wichtig für die Fähigkeit Handlungen zu planen und sich unterschiedlichen Situationen anzupassen. Damit werden Schulfähigkeit, Weiterentwicklung in Schule und Beruf und schließlich die Lebensqualität unmittelbar beeinflusst.

 

Die Bestrahlung ist bei den meisten Hirntumoren ein wesentlicher Bestandteil der Therapie, gleichzeitig stellt sie einen Risikofaktor für die Entstehung von Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit, der Kognition/Neurokognition und psychomotorischen Entwicklung dar. Daher konzentriert sich die aktuelle Forschung in der Strahlentherapie insbesondere auf die Erhöhung der Präzision, z.B. mit neuen Strahlenarten wie Protonen. Bei der Protonentherapie entfaltet sich die Strahlenwirkung unmittelbar im Tumor, sodass umliegendes Gewebe und Organe geschont und so Nebenwirkungen, im Vergleich zur konventionellen Strahlentherapie, vermieden werden können. 

 

Im Rahmen der geförderten Studie sollen die kurz- und mittelfristigen Folgen einer Protonentherapie auf kognitive Prozesse herausgestellt werden. In einem zweiten Schritt sollen diese Befunde mit einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen verglichen werden, die im Rahmen der Behandlung ihres Hirntumor keine Strahlentherapie erhalten haben (alleinige operative Therapie). Somit wird erfasst, in wieweit sich diese Behandlungsmöglichkeiten hinsichtlich ihrer kurz- und mittelfristigen Folgen unterscheiden. Dabei werden Ansätze der Hirnforschung verwendet, die es ermöglichen, bereits kleine Veränderungen in den geistigen/kognitiven Leistungen sichtbar zu machen. Somit können Behandlungseffekte umfänglich erfasst werden.

 

Die Gert und Susanna Mayer Stiftung leistet so gemeinsam mit den beteiligten Kliniken des Dresdner Universitätsklinikums einen Beitrag, um die Behandlung und Versorgung von an Hirntumoren erkrankten Kindern und Jugendlichen künftig zu verbessern.