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Translationaler Ewing-Sarkomforschungsverbund

Mit rund 1,5 Millionen Euro unterstützt die Gert und Susanna Mayer Stiftung den Aufbau eines Forschungsverbunds zu Ewing-Sarkomen am „Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg“ (KiTZ), der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und am Westdeutschen Tumorzentrum Essen (WTZ).

 

Ewing-Sarkome sind mit 80 Neuerkrankungen pro Jahr nach dem Osteosarkom die zweithäufigsten Knochentumoren im Kindes- und Jugendalter, Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren sind besonders häufig betroffen. Trotz erheblicher Fortschritte im Verständnis der Tumorbiologie des Ewing-Sarkoms ist eine Verbesserung der Heilungsraten gerade bei Patienten im metastasierten Stadium auch mit einer sehr intensiven und nebenwirkungsreichen Therapie bislang nicht zu erreichen. Auch kommt bei etwa einem Drittel der Patienten mit zunächst erfolgreicher Therapie der Krebs wieder, was nahezu immer mit einem tödlichen Ausgang verbunden ist.

 

Ziel des Translationalen Ewing-Sarkomforschungsverbundes ist es daher, die Erforschung des Ewing-Sarkoms voranzutreiben und daraus neue Ansätze für Diagnose- und Therapieverfahren zu gewinnen. Dazu bündeln Forscher an den Standorten Essen, Heidelberg und München ihre unterschiedlichen Expertisen, welche von der Grundlagenforschung bis hin zur Leitung und Durchführung klinischer Studien reichen. Über die Projektlaufzeit von fünf Jahren werden zahlreiche Ewing-Sarkom-Proben gesammelt und vollständig molekular charakterisiert, sowohl im Tumorgewebe, als auch im Blut der Patienten. Auf dieser Basis soll  ein „Ewing Sarcoma Genome Atlas“ erstellt werden, welcher mehrdimensionale Datensätze (z.B. klinische, histologische sowie molekulargenetische Informationen) von Ewing-Sarkomen und sogenannten Ewing-like Sarkomen umfasst. Dieser Atlas soll insbesondere dabei helfen, neue Ansätze für zielgerichtete Therapien zu identifizieren.

 

Die Gert und Susanna Mayer Stiftung leistet so gemeinsam mit dem KiTZ, der LMU und dem WTZ einen Beitrag, um die Heilungschancen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen signifikant zu verbessern.

 

Im Herbst 2019 konnte der geförderte Forschungsverbund einen Artikel in der Fachzeitschrift  „Nature Communications“ veröffentlichen. Entscheidend ist das Zusammenspiel einer somatischen Mutation und einer angeborenen genetischen Veränderung. Dieses Zusammenspiel hat wesentlichen Einfluss auf den Verlauf der Krebserkrankung. In der personalisierten Krebsmedizin stehen bislang die somatischen Mutationen im Vordergrund, doch die neu veröffentlichte Arbeit zeigt die Bedeutung des genetischen Kontexts für Krankheitsverlauf und therapeutische Entscheidungen. Gene, die über den aufgedeckten Mechanismus reguliert werden, können je nach Ausmaß ihrer individuellen Aktivierung auch Einfluss nehmen auf die Reaktion des Tumors auf die Behandlung. Hier liegt die Erklärung, weshalb einige Mittel bei bestimmten Patienten wirksamer sind, als die gleichen Medikamente bei anderen Patienten bei identischer Krebserkrankung. „Es eine der ersten Studien, die das Zusammenspiel angeborener genetischer Variabilität mit somatischen Mutationen im Hinblick auf indiduelle Krankheitsverläufe bei Krebserkrankungen dokumentiert, exemplarisch am Ewing-Sarkom. Wir nehmen stark an, dass dieses Prinzip auch bei anderen Krebserkrankungen gilt“, sagt PD Dr. Dr. Thomas Grünewald von der LMU und einer der Projektbeteiligten.

 

Weitere Informationen dazu enthält die Mitteilung der LMU.