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Integrative psychoonkologische Beratung (IPB) - Unterstützung für Kinder und Jugendliche als Angehörige krebskranker Eltern

Die Gert und Susanna Mayer Stiftung unterstützt ein psychoonkologisches Beratungsangebot in Mülheim an der Ruhr für Kinder und Jugendliche krebskranker Eltern. Träger des Angebots ist der Verein PariSozial in Essen.

 

Seit Dezember 2019 hält die Krebsberatung für Betroffene und Angehörige in Mülheim an der Ruhr durch den Träger PariSozial Essen ein umfassendes Beratungs- und Hilfsangebot vor. Die Bereich sind psychoonkologische Beratung, Gespräche und Hilfestellungen in Krisensituationen, sozialrechtliche Basisinformationen und Lotsenfunktionen zu wichtigen Angeboten in der Nachsorge. Das Angebot richtet sich nach dem individuellen Bedarf der Ratsuchenden. Erkrankte Menschen und ihre Angehörigen können das unabhängige und neutrale Angebot persönlich oder telefonisch in Anspruch nehmen. Die Beratung ist kostenfrei und alle besprochenen Inhalte unterliegen der Schweigepflicht. Die Krebsberatung finanziert sich ausschließlich durch Spenden.

 

Dank der Förderung durch die Gert und Susanna Mayer Stiftung kann das Projekt „Integrative psychoonkologische Beratung“ (IPB) im Mai 2020 starten. Ziel dieses Projektes ist es, die Elemente Beratung und Begleitung des erkrankten Menschen, Paar- und Familienberatung und insbesondere Hilfen für Kinder und Jugendliche zusammenzuführen. Für sie besteht dringender Bedarf, sich professionell, individuell und umfassend aus einer Hand beraten zu lassen. Bei 18% der Kinder und Jugendlichen zeigen sich im Laufe der Entwicklung psychosoziale Auffälligkeiten. Erkrankt ein Elternteil schwer, liegt dieser Anteil bei 34%. Dies erklärt sich aus emotionaler Überforderung, wenn erwachsene Ansprechpartner nicht ausreichend für ihre Sorgen und Nöte zur Verfügung stehen können. Entwicklungskrisen bis hin zu behandlungsbedürftigen Störungen können die Folge sein.

 

Die Kinder und Jugendlichen sollen in der Absicht begleitet und unterstützt werden, behandlungsbedürftige Situationen nicht entstehen zu lassen. Wo das nicht möglich ist, soll eine gelingende Überleitung in weitergehende Hilfen erfolgen. Die Eltern sollen sich gegenseitig in ihrer Verhaltenssicherheit stärken, bezogen auf die spezifische Situation einer lebensbedrohlichen Erkrankung eines Elternteils und den damit verbundenen Auswirkungen auf das Familienleben. Das Beratungsangebot richtet sich damit sowohl an Kinder und Jugendliche als auch an die Eltern.

 

In Einzel- und Gruppengesprächen können Ängste, Befürchtungen und Phantasien ausgedrückt und bewältigt werden. Daneben werden Kinder und Jugendliche in ihren natürlichen, altersgemäßen Entwicklungsphasen gestärkt. Die Gesprächsangebote werden durch altersentsprechende Hilfsmittel (Spielzeug, Kinder- und Jugendbücher, kreative Angebote) unterstützt. Für die Eltern und sonstigen Familienangehörigen werden Beratungen in verschiedenen Bereichen angeboten, vorrangig Gespräche und Hilfestellung in Krisensituationen. Ergänzt wird das Angebot durch die Vermittlung sozialrechtlicher Basisinformationen, in erster Linie im Bereich der Existenzssicherung. Eine Krebserkrankung bringt für Familien, vor allem für alleinerziehende Elternteile, oft eine hohe finanzielle Belastung mit sich. Hier soll schnell und unbürokratisch geholfen werden. So soll die finanzielle Unterstützung vor allem den Kindern und Jugendlichen helfen, wie die Teilnahme an Klassenfahrten zu ermöglichen. 

 

Ein Ziel ist, neben der Verbesserung der Lebensqualität für alle Betroffenen und der Gewährleistung der sozialen Teilhabe, möglichst Hilfe aus einer Hand anzubieten, um den Ratsuchenden mit ihren individuellen Belastungen Wege zu ersparen und Ressourcen zu schaffen. Die finanzielle Förderung der Gert und Susanna Mayer Stiftung ermöglicht es Hausbesuche (zeitaufwendig und kostenintensiv) anzubieten und damit die betroffenen Familien in ihrem häuslichen Umfeld zu unterstützen.