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Die „Schattenkinder“ nicht vergessen

Die Gert und Susanna Mayer Stiftung fördert von Oktober 2019 bis September 2020 mit rund 17.900 EUR ein Projekt am stups-KINDERZENTERUM der DRK-Schwesternschaft Krefeld zur Betreuung von Kindern, deren Geschwister an Krebs erkrankt sind.

 

Eine Krebserkrankung bei einem Kind hat Auswirkungen auf das gesamte Familienleben. Häufig werden dabei die Bedürfnisse der Geschwister außer Acht gelassen, weil der Fokus auf dem erkrankten Kind liegt. In diesem Zusammenhang wird für Geschwister der Begriff „Schattenkinder“ gebraucht. Im Hospiz des stups-KINDERZENTRUMs der DRK-Schwesternschaft Krefeld werden Kinder betreut, deren Erkrankung nicht mehr geheilt werden kann und deren verbleibende Lebenszeit begrenzt ist. Die Förderung der Gert und Susanna Mayer Stiftung ermöglicht nun eine Erweiterung des Konzepts der DRK-Schwesternschaft Krefeld.

 

Bisher haben sich Pflegende und ehrenamtliche Kräfte zwar auch schon um die Geschwisterkinder gekümmert, weil dies ebenfalls Bestandteil der Arbeit im Hospiz ist. Doch dies geschah eher situationsbedingt, durch Unterstellung von Bedarfen oder aufgrund von Erfahrungen in anderen Einrichtungen. Also eher als eine Reaktion auf Trauer, unerfüllte Wünsche und Einsamkeit. Im Rahmen der allgemeinen Trauerarbeit wurden Geschwister berücksichtigt, aber aus Personal- und Zeitmangel erfolgte keine Abfrage von Rückmeldungen der Kinder. Eine positive Resonanz wurde aus der Teilnahme bzw. bei Abwesenheit eine ablehnende Haltung geschlossen.

 

So ist das Ziel des neuen Projektes die Entwicklung neuer Angebote für die Geschwister nach einer grundlegenden Analyse der Situation. Dazu gehören heutige Strukturen der Hospiz-Geschwisterkinder. Denn es aus verschiedenen Familienmodellen ergeben sich unterschiedliche Situationen. Die Oberin der DRK-Schwesternschaft Krefeld geht davon aus, dass mindestens 150 Kinder in jeder Altersstufe betreut werden könnten. In Gesprächen mit den Familien soll mehr über die emotionale und psychische Situation der Geschwisterkinder herausgefunden werden, um so die Grundlage für passgenaue Angebote zu erhalten. Das Konzept soll also mit den Geschwisterkindern gemeinsam aufgebaut werden.

 

Die Förderung der Gert und Susanna Mayer Stiftung ermöglicht nun die Anstellung einer hauptamtlichen Mitarbeiterin zur Projektleitung und -entwicklung. So stehen nun die benötigten Gelder für das erste Projektjahr zur Verfügung, sodass die DRK-Schwesternschaft ihr lang gewünschtes Projekt umsetzen kann. Ab Oktober 2019 kümmert sich eine Mitarbeiterin, die bislang in der Koordination der ehrenamtlichen Hospiz-Mitarbeiter tätig war, um die Umsetzung des Projektes.

 

Die Gert und Susanna Mayer Stiftung leistet so gemeinsam mit der DRK-Schwesternschaft Krefeld einen Beitrag, die Versorgung von an Krebs erkrankten Kindern und Jugendlichen zu verbessern.